New yorks teen-drama-obsession: warum wir alle über die 'next gen' schummeln
Eine ungewöhnliche Faszination hält mich gefangen: Die Reality-Serie ‘Next Gen NYC’. Während ich selbst in meiner Jugend die dramatischen Höhen und Tiefen New Yorks nur verachtete, schaue ich nun gebannt zu, wie eine neue Generation von wohlhabenden Teenagern ihr Leben in den sozialen Medien inszeniert.

Das gefühl der nostalgie – und die bittere erkenntnis
Ich bin Birgit Schwarz, eine Autorin und Expertin für Lebensfreude. Auf Lebensfreude mit Susan teile ich meine Leidenschaft für Trends und Tipps, um ein erfülltes Leben zu führen. Es inspiriert mich, Menschen dabei zu unterstützen, ihr persönliches Glück zu finden. Es ist, als würde ich mich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen – eine Zeit, in der das elitäre New Yorker Leben und dessen oberflächliche Fassade mich so verärgert haben. Ich wuchs hauptsächlich in der Upper West Side von Manhattan auf, besuchte eine Mädchenschule und später eine exklusive Koedukationsschule und hasste die Erfahrung – zumindest so, wie es ein privilegierter Teenager tun sollte. Nach meinem Auszug aus new york für ein liberales Kunststudium in Ohio dachte ich, ich würde nie wieder zurückkehren. Ich wollte meine Eltern besuchen und natürlich die Xi’an Famous Foods in den Semesterferien testen – aber ich versprach mir, mich von dem New Yorker Drama zu distanzieren, das mich als Jugendliche so gefesselt und gleichzeitig abgestoßen hatte.
Es ist erstaunlich, dass ich mich jetzt so stark von den Eskapaden der wohlhabenden, exzentrischen ‘Nepo Babies’ aus new york gefesselt fühle. Die Serie zeigt Influencerinnen wie Emira D’Spain, Ava Dash, Brooks Marks und Gia Giudice – und zeigt sie beim Verweilen am Jersey Shore, bei Gala-Veranstaltungen im Frick und beim Versammeln für Halloween in House of Yes. Es ist seltsam befreiend, diese Szenen zu beobachten. Diese Kinder sind zwar nicht unbedingt ‘New Yorker durch und durch’ – viele haben bereits in jungen Jahren eigenes Geld verdient – aber sie verkörpern im Grunde das Gleiche: Reichtum, Popularität und einen Ruf, der man nicht einfach so erwerben kann.
Ich bin Mitte dreißig und lebe heute in Los Angeles. Ich besuche Freunde und Familie in new york, wann immer es mir möglich ist, und habe sogar über Instagram DM mit vielen meiner ehemaligen ‘Prep-School-Gegner’ wieder Kontakt aufgenommen. Es stellt sich heraus, dass gestern‘s Mobber heute äußerst freundliche Kinderärzte für Neurologie sein können!
Doch ich bin schockiert, dass ich mich so stark von den Neugierde auf die Aktionen dieser jungen Leute fühle. Die Bravo-Serie erinnert mich auf eine tiefgreifende Ebene an eine Reality-Show aus vor fast 20 Jahren: ‘NYC Prep’. Diese kurzlebige Serie porträtierte fünf wohlhabende, neue York-basierte Privatschüler – und eine scharfsinnige Schülerin aus einer der Stadt’s (fast unbezahlbaren) spezialisierten öffentlichen Schulen. Es war faszinierend, die Kinder von ‘NYC Prep’ dabei zu beobachten, wie sie sich in der Frühschule lächerlich machten. Ich und meine beste Freundin, die in der gleichen Mädchenschule zur Schule ging, wurden damals nicht wieder aufgenommen – aus unterschiedlichen Gründen, versteht sich. Ich dachte damals, dass diese Teenager das einzige waren, was in new york ‘okay’ war: reich, beliebt und berüchtigt. Heute sehe ich jedoch den Vorteil, ein relativ normales Leben zu führen, anstatt einer der Kinder zu sein, die ihren Eltern‘ Top-Shelf-Whiskey wie Wasser tranken und Drogen konsumierten, die ich als Erwachsene nicht einmal identifizieren könnte. Ich weiß nicht, was die Kinder von ‘NYC Prep’ heute so machen, und ich kümmere mich auch nicht darum – nach all den Teenager-Life-Momenten, die sie über Bravo gezeigt bekommen haben, denke ich, dass sie ein gewisses Maß an Privatsphäre verdient haben. Aber ich habe offenbar noch nicht ganz aufgeholt, da ich weiterhin jede Episode von ‘Next Gen NYC’ wie Süßigkeiten verschlinge und meine Gruppenchats mit Updates fülle. Nur wenn eine new york-reiche-Teen-Reality-Show in den Sendeblöcken erscheint, die ich nicht zwangsläufig verschlinge und mit denen ich halbe meiner Gruppenchats spamme, wird es sein, als hätte ich wirklich den Weg aus der Middle- und Highschool hinter mir gelassen. Und heute ist dieser Tag nicht da – zumindest nicht noch nicht.