Lane: der schräge star – vom frechen zyniker zum broadway-phänomen
Nathan Lane, der Mann mit der schiefen Maske und dem unverkennbaren Blick für Humor, ist endlich zum Broadway-Superstar aufgestiegen. Doch seine Karriere ist alles andere als geradlinig – und seine Geschichte, so klingt es, ist geradezu tragisch-komisch.
Von der bühne zum fernsehen: ein wandelnder kontrast
Die Vogue brachte 1996 den Artikel "Fears of a Clown" von Bruce Weber heraus, der die Welt auf Lane’s ungewöhnliche Bühnenpräsenz aufmerksam machte. Damals trug er für das Cover lediglich einen Umhang und High Heels – eine provokante Geste, die ihm den Ruf eines exzentrischen, fast schon schrägen Künstlers bescherte. Dieser Ruf, so scheint es, verfolgt ihn bis heute, doch er ist gleichzeitig der Schlüssel zu seinem Erfolg.

Der auftritt, der alles veränderte
Der Durchbruch gelang Lane 2002 in Terrence McNallys "Love! Valour! Compassion!", als er als HIV-positivem, musikalisch versierten Mann auf der Bühne erschien – bekleidet mit nichts weiter als einem Ärmel. Der Moment war so schockierend und zugleich so genial, dass er von Lane prompt für einen Tony Award nominiert wurde und es auf dem Tonys 2003 reproduzierte. Wie er selbst berichtet, hatte McNally ursprünglich eine komplett nackte Szene envisioned, doch Lane sah es gelassener: "Ich sagte, ich brauche etwas. Einen Umhang. Hohe Schuhe. Etwas!" Und tatsächlich, unter dem Umhang verbarg sich ein G-String. Ein Detail, das die ganze Persönlichkeit von Lane widerspiegelt: Eitelkeit, Selbstironie und eine gewisse Verletzlichkeit.

Die eigenheiten des comedians
Lane ist ein Mann der Gegensätze. Auf der Bühne ist er ein explosiver, theatralischer Performer, abseits davon wirkt er überraschend schüchtern und nachdenklich. Seine Witze sind scharfzüngig, aber immer mit einem Hauch von Selbstzweifel. Selbst sein Umgang mit anderen Schauspielern ist einzigartig: Er möchte lieber als ‘Veal’ bezeichnet werden, oder sogar ‘Schittkopf’, und blickt interessiert auf, wenn ihm diese Bezeichnungen angeboten werden. Seine Gewichtsschwankungen, von 30 bis 40 Kilo, sind nur ein weiteres Beispiel für seine unberechenbare Natur.
Der weg zum film
Der Durchbruch in Hollywood folgte mit "The Birdcage", einem Remake des französischen Klassikers. Lane spielt hier einen exzentrischen Dragqueen, der sich als Ehemann ausgeben muss, um seinen Sohn zu beeindrucken. Die Rolle ist eine Herausforderung für den Schauspieler und bietet ihm die Möglichkeit, sein reiches Repertoire an komödiantischen Techniken zu präsentieren. Wie er selbst sagt, ist es ein “hobby, worrying” – er sorgt sich immer, ob er die Rolle gut genug macht. Die Kritiken sind positiv, und Lane scheint endlich seinen Platz im Filmgeschäft gefunden zu haben – allerdings mit einem Augenzwinkern.
Ein blick hinter die kulissen – und die rivalitäten
Doch nicht alles ist rosig. Die Zusammenarbeit mit Terrence McNally, dem Schöpfer der Rolle Pseudolus in Sondheims “A Funny Thing Happened on the Way to the Forum”, ist angespannt. Lane zog sich vorübergehend aus dem Projekt zurück, weil er gleichzeitig ein Hallmark-Hallmark-Special verfilmen wollte. Die Gerüchte, er habe aus Eitelkeit abgesagt, wurden schnell dementiert: “Ich habe die Rolle gemacht. Ich konnte es nur nicht in diesen fünf Wochen.” Die Rivalität zwischen Lane und McNally ist kein offenes Geheimnis, und der Regisseur Jerry Zaks bezeichnet Lane als “einen Comic-Akteur mit dem Mut, alles auszukosten”.
Fazit: ein unvergesslicher entertainer
Nathan Lane ist mehr als nur ein Komiker – er ist ein Künstler, der sich immer wieder neu erfindet. Seine Geschichte ist eine Mischung aus Schicksal, Talent und schräger Lebensart. Und er wird auch weiterhin die Bühnen und Leinwände erobern – mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern.