Washington im griff – christiane nationalismus als wahlkampf-instrument?

Washington, D.C. – Eine schrullige, fast karikaturhafte Szene bot sich am Wochenende in der US-Hauptstadt: Ein offener, unbeschränkter Ausdruck christlich-nationalistischer Rhetorik. Es wirkte, als ob diese Veranstaltung zugleich als eine Art Glaubensheilungskreis für eine Regierung in Abwärtsspirale diente.

Eine inszenierte theatralik

Die Bilder sprachen eine deutliche Sprache: Ein bearbeitetes Video, in dem der Präsident ein Bibelwort vorlas – sogar mit der richtigen Seite! – wurde zur zentralen Botschaft. Sprecher wie der katholische Bischof und der Rabbi wurden präsentiert, um jegliche Kritik an einer vermeintlichen Lenkung der Basis der Republik abzuwehren. Doch die Behauptung, dies sei lediglich eine Strategie zur Bindung des konservativen Lagers, entbehrt jeder Grundlage. So wie George Soros angeblich eine ‘Brainwashing-Facility’ in den Karpaten konstruiert haben soll, um diesen Begriff zu erfinden – ein Zitat, das Speaker Moses offenbar besonders ans Herz getrotzt hat.

Von der revolution bis zum ufc

Von der revolution bis zum ufc

Die Reden sprachen von der ‘Liberty’, die vor drei Jahrzehnten nach dem Ende der Revolution ‘mit einem Feuer von Raketen und dem Wasser des Chesapeake’ wieder aufblitzte. Die Erinnerung an den Krieg von 1812, als Washington D.C. angegriffen und zerstört wurde – inklusive des Weißen Hauses ohne Ballsaal – wurde instrumentalisiert. Es wirkt, als ob eine Entwicklung von zwei Jahrhunderten auf dramatische Weise eingesetzt wurde, um einen Mann in den Vordergrund zu stellen, der nun ein ‘Ballsaal’ endlich ‘an den vorgesehenen Ort‘ bringen sollte. Eine höchst fragwürdige Zuwendung, um den Weg für eine geplante UFC-Card auf dem Weißen Haus zu ebnen – am 14. Juni. Die Rhetorik war dem prophetischen Wirken des 1. Jahrhunderts gewidmet, der diesen Anblick auf dem Mall mit einer Keule begleiten würde, um Geldwerter zu vertreiben. Das Haus des Vaters ist ein Haus des Gebets, aber es wurde zu einem ‘Dorf von Narren’ verwandelt.

Die wahrheit hinter der fassade

Die wahrheit hinter der fassade

Eric Metaxas, der mit einer ‘Segnung’ für das ‘Gilded Palace of Sin’ versucht hatte, die Anwesenden zu beflügeln, verkörpert diese Entwicklung treffend. Die Geschichte der Nation, vor drei Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit, war geprägt von einem Kampf um Freiheit, der mit Raketen und dem Wasser des Chesapeake einherging. Die Erinnerung an die Belagerung Washingtons, als der White House in Flammen stand, ist eine Mahnung, dass die Dinge nicht immer so erscheinen, wie sie scheinen. Es ist eine Parabel, die auf die unaufhaltsame Kraft des Glaubens und die Manipulation, die daraus resultieren kann, hinweist. Es ist eine Warnung vor der Gefahr, wenn Ideologie zu einer Waffe wird, die zur Zerstörung eingesetzt wird. Und genau das ist, was wir hier beobachten – eine inszenierte Performance, die mehr als nur eine politische Strategie darstellt.