Prada-panoptikum: wie hollywood das mode-imperium neu schrieb

Die Serie ‘The Devil Wears Prada’ hat Miranda Priestly, Andy Sachs und Co. zu ikonischen Figuren gemacht – als Designerkleider-Avengers mit unverwechselbarem Look und Dialogen wie ‘Das ist alles’, ‘Sagen Sie bitte ‘Gabbana’ korrekt’ oder ‘Wenn ich ohnmächtig werde, esse ich ein Stück Käse’. Aber wie viel davon ist Lauren Weisbergers Roman aus 2003 wirklich, und was ist reine Erfindung von Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna und Regisseur David Frankel? Wir haben die Antworten.

Die wahrheit hinter der fassade: ein dna-vergleich zwischen buch und film

Die filmische Adaption spielt mit der visuellen Kraft der Leinwand, um Andys Verwandlung zu dramatischeren und Andy’s Eifersucht intensiver darzustellen. Im Buch ist ihre erste Runway-taugliche Garderobe ein ‘wamsiges, schwarzes Prada-Kostüm mit Midirand-langen Prada-Stiefeln’, die ihr über Nacht von einem freundlichen Stylisten namens Jeffy geschenkt wird. Im Film ist es ein schillernder, maßgeschneiderter Blazer mit Overknee-Lederstiefeln von Chanel – eine dramatische Veränderung, die die Persönlichkeit der Figur weiter verstärkt.

Miranda: mehr als nur eine skurrile chefin

Miranda: mehr als nur eine skurrile chefin

Weisbergers Miranda ist eine komplexe Figur mit einer überraschenden Familiengeschichte: Sie stammt aus einer großen, orthodoxen jüdischen Familie in London, brach als Teenager die Schule ab, um als Assistentin eines jungen Designers zu arbeiten und studierte nachts Französisch. Im Film wird Miranda’s Hintergrund kaum angedeutet – lediglich erwähnt, dass sie amerikanisch ist, zwei Töchter hat und eine Ex-Ehe. Meryl Streeps Interpretation ist jedoch unbestritten meisterhaft: Sie offenbart in einer berührenden Szene ihre Eheprobleme und den Schmerz, ihre Töchter ‘noch einem Vater-Figur’ Schmerz zuzufügen.

Andy: von avon nach runway – eine frage der perspektive

Andy: von avon nach runway – eine frage der perspektive

Während Andy im Film jovial ihre unglamouröse Interview-Outfit präsentiert – ohne Make-up, mit einer Zwiebel – ist sie im Buch bereits als Assistentin von Miranda, ungeschickt einen Luxus-Convertible durch die Stadt zu fahren, in Gucci-Hosen und Manolos gekleidet. Beide Versionen zeigen, dass Andy frisch von der Universität kommt und ehrgeizig ist, in einer renommierten Zeitung wie ‘The New Yorker’ zu arbeiten. Ihre Herkunft ist unterschiedlich: Andy aus Connecticut, die raucht, und Movie-Andy ohne spezifische Herkunftsangabe oder Eigenheiten. Im Film wird Andys Aggressivität gegenüber Miranda deutlicher dargestellt, was wiederum zu einer anderen Andy führt.

Die gewinner: hathaway’s andy triumphiert

Objektiv betrachtet ist Anne Hathaways Interpretation von Andy die überzeugendere. Sie ist zwar nicht immer die modebewussteste, aber deutlich weniger verärgert und hat weniger komplizierte Beziehungen zu ihren Freunden und ihrem Freund. Ihre Trennung von Miranda ist im Film friedlicher. Während Movie-Andy einfach nur den Gang zur Show verlässt und ihr Handy in einem Pariser Brunnen fallen lässt, verlässt Book-Andy mit dem ikonischen ‘Fuck you, Miranda. Fuck you.’. Die Figur ist komplexer, menschlicher und ihre Entwicklung glaubwürdiger.

Die stars: streeps miranda ist unersetzlich

Es ist schwer, Meryl Streeps Darstellung von Miranda zu übertreffen. Sie verkörpert die strengste, unnachgiebigste Mode-Chefin mit einer perfekten Mischung aus Autorität und Verletzlichkeit. Sie ist die Verkörperung von ‘The Devil Wears Prada’ – ein Meisterwerk des Hollywoods, das wir alle lieben und kennen.