Airfryer: die große enttäuschung? was die werbung dir verschweigt!

Ist der airfryer wirklich so gesund?

Die airfryer-Werbung verspricht eine gesündere Ernährung – weniger Öl, knusprige Ergebnisse. Aber ist das wirklich so? Während es stimmt, dass man mit dem airfryer deutlich weniger Öl verwendet als bei einer klassischen Fritteuse, verwandelt das noch kein Fast-Food-Gericht in gesunde Kost. Pommes, Nuggets und Fertiggerichte bleiben fett- und zuckerhaltig, egal ob im Airfryer oder im Ofen. Übermäßiger Konsum, nur weil es “im Airfryer” ist, schadet der Gesundheit trotzdem!

Energiesparen? denkste!

Energiesparen? denkste!

Viele Hersteller preisen den airfryer als Energiesparer an. Das ist nur bedingt richtig. Ja, er heizt schnell auf und das Volumen ist gering. Aber wenn man mehrere kleine Portionen hintereinander zubereitet, weil der Korb zu klein ist, steigt der Energieverbrauch. Und einige Modelle verbrauchen mit über 1800 Watt fast so viel Strom wie ein herkömmlicher Backofen! Für längere Garzeiten bei größeren Mengen kann der Verbrauch sogar höher sein.

Platzprobleme in der küche

Auf den glänzenden Produktbildern wirkt der airfryer oft kompakt und unauffällig. In der Realität nimmt das Gerät oft viel Platz auf der Arbeitsfläche oder in Schränken ein. Das Ironische daran: Oftmals kann man mit dem großen Gerät gar nicht so viele Speisen auf einmal zubereiten. Der versprochene “4-Personen-Korb” ist oft schon voll, wenn man eine normale Portion Pommes für die Familie machen möchte. Eine zu volle Füllung verhindert zudem eine gleichmäßige Garung.

Kochen ist keine hexerei – auch nicht mit airfryer

Die Werbung verspricht müheloses Kochen. In der Praxis erfordert der airfryer etwas Übung und Aufmerksamkeit. Perfekte Pommes aus der eigenen Küche? Hier sind einige Tipps: die richtige Kartoffelsorte wählen (Speise- oder Pommeskartoffel), die Kartoffeln gleichmäßig schneiden, vor dem Frittieren kurz in kaltem Wasser einweichen, gründlich trocknen und nur wenig Öl verwenden. Regelmäßiges Schütteln während der Garzeit sorgt für eine gleichmäßige Bräunung. Wer diese Schritte übersieht, bekommt fade und unknusprige Ergebnisse.

Enttäuschung in textur und geschmack

Während gefrorene Pommes oft gut gelingen, entpuppt sich der airfryer bei selbstgemachten dicken Pommes, Donuts oder stark panierten Speisen als weniger geeignet. Das Ergebnis kann trocken und gummiartig wirken. Paniertes bräunt zwar schnell außen, bleibt aber innen oft etwas weich. Hier muss man mit Temperaturen und Garzeiten experimentieren und akzeptieren, dass die Textur nicht mit einer klassischen Fritteuse oder einem guten Ofen mithalten kann.

Die reinigung – ein echter job

Die Hersteller versprechen eine schnelle Reinigung. Das hängt jedoch stark davon ab, was man zubereitet hat. Angebranntes Fett haftet hartnäckig am Korb und am Behälter. Nach Speisen mit viel Käse, Marinaden oder fettigem Fleisch ist eine Einweichzeit in heißem, seifigem Wasser von 15-30 Minuten erforderlich. Auch die Reinigung der Heizspirale kann mühsam sein. Nicht alle Teile sind spülmaschinenfest, und wiederholte Reinigungen können die Antihaftbeschichtung beschädigen.

Fragilität und begrenzte lebensdauer

Ein oft übersehener Nachteil: die empfindliche Beschichtung im Inneren. Schon ein falscher Griff mit einer Gabel oder einer zu abrasiven Schwamm kann Kratzer verursachen. Bei günstigeren Modellen kann die Beschichtung schon nach wenigen Monaten stark abgenutzt sein, wenn das Gerät täglich benutzt wird. Das beeinträchtigt die Garleistung und wirft die Frage nach Ersatzteilen auf – oder dem Austausch des gesamten Geräts. Auf lange Sicht kann dies versteckte Kosten verursachen.

Gerüche und lärm – nicht zu unterschätzen

Weniger Frittiergeruch als bei einer Fritteuse – das stimmt. Aber ein airfryer arbeitet nicht geräuschlos. Die Lüftung erzeugt ein ständiges Rauschen, das in kleinen, offenen Küchen störend sein kann. Zudem können fettige Speisen einen anhaltenden Geruch hinterlassen, wenn das Gerät nicht sofort gereinigt wird. Es ist zwar diskreter als eine Fritteuse, aber weit entfernt von der versprochenen “geruchs- und lärmfreien” Bedienung.

Der weg zum fertiggericht

Ein unbeabsichtigter Nebeneffekt: Der airfryer kann den Konsum von Fertiggerichten fördern. Sobald das Gerät steht, greifen viele Menschen schneller zu Tiefkühlpommes, Chicken Wings oder anderen Panierprodukten. Das ist einfach und schnell. Es besteht die Gefahr, dass man diese Produkte häufiger isst, nur weil sie im Airfryer “weniger fett” sind. Wer seine Ernährung verbessern wollte, könnte genau das Gegenteil bewirken, wenn man nicht auf die Qualität der Lebensmittel achtet.

Tipps für airfryer-besitzer

TippBeschreibung
Weniger FertigprodukteBegrenze den Konsum von tiefgekühlten Produkten
Mehr frisches GemüseRöste Gemüse wie Karotten, Zucchini oder Blumenkohl
PortionskontrolleBereite lieber mehrere kleine Portionen zu
Regelmäßige ReinigungReinige das Gerät regelmäßig, besonders Korb und Behälter
Bedienungsanleitung lesenInformiere dich über die Grenzen der Beschichtung und kompatibles Zubehör
ExperimentierenTeste verschiedene Temperaturen und Garzeiten