Queere kinematik: eine neue ära des films
- Von den anfängen bis zur gegenwart: eine reise durch die queere filmgeschichte
- Die highlights der queeren filmwelt – von underground-hits bis zu blockbustern
- Pillion (2025)
- Love lies bleeding (2024)
- I saw the tv glow (2024)
- Bottoms (2023)
- Fire island (2022)
- Tár (2022)
- Benediction (2021)
- The power of the dog (2021)
- Disclosure (2020)
- Shiva baby (2020)
- Portrait of a lady on fire (2019)
- Rafiki (2018)
- Moonlight (2016)
Die queere Filmkunst ist nicht länger auf das Verbotene reduziert. Stattdessen bricht sie mit Konventionen und entfaltet eine ungeahnte Vielfalt – von intimen Smartphone-Filmen bis zu Hollywood-Blockbustern. Ein Blick auf die wichtigsten Strömungen und Filme, die die Entwicklung dieses Genres prägen.
Von den anfängen bis zur gegenwart: eine reise durch die queere filmgeschichte
Die Frage nach der Definition des queeren Kinos ist komplex. War es schon immer eine Auseinandersetzung mit verbotener Liebe, wie in Filmen wie „Tea and Sympathy“ oder „Maurice“? Oder verkörperte es die rohe, DIY-Ästhetik von Derek Jarman in den 1980er Jahren, oder die New Queer Cinema Bewegung der 1990er, repräsentiert durch Regisseure wie Gregg Araki und Gus Van Sant? Doch die spannendsten Entwicklungen finden sich in der heutigen Ära, in der große Studios endlich bereit sind, LGBTQ+-Geschichten auf die Leinwand zu bringen – und Filme wie „Moonlight“ den Oscar für den besten Film gewinnen.
Das Besondere an queeren Filmen ist ihre ständige Transformation. Sie können ein herzliches Ode an zwei transsexuelle Prostituierte sein, die auf einem iPhone gedreht wurden, wie in „Tangerine“ von Sean Baker; ein packendes Dokumentarfilm, das ein übersehenes Kapitel der queeren Geschichte beleuchtet, wie „Paris is Burning“ von Jennie Livingston; oder ein opulenter Studiofilm mit einem glänzenden Hollywood-Besetzung, wie „A Single Man“ von Tom Ford.

Die highlights der queeren filmwelt – von underground-hits bis zu blockbustern
Hier eine Auswahl der besten LGBTQ+-Filme, von vergessenen Underground-Hits bis zu spektakulären, hochproduzierten Filmen:

Pillion (2025)
Harry Melling und Alexander Skarsgård in „Pillion“. Ein überraschend bewegendes Porträt eines schüchternen jungen Mannes, der sich unerwartet in die Welt der Gay-Biker-Szene stürzt. Die Geschichte von Selbstfindung und Akzeptanz ist erfrischend authentisch und visuell beeindruckend.
Love lies bleeding (2024)
Katy O’Brian und Kristen Stewart brillieren in diesem spannenden Queer-Thriller über eine Bodybuilderin, die auf einer Konvention in Los Angeles die Liebe zu einer Gymbesitzerin findet, deren kriminelle Familie ihr Leben bedroht. Mehr Filme mit muskulösen Lesben – bitte!
I saw the tv glow (2024)
Justice Smith und Brigette Lundy-Paine entführen uns in eine surreale Welt in „I Saw the TV Glow“. Jane Schoenbrun etabliert sich als aufstrebende Regisseurin mit einem Film, der die Themen Transgender-Identität und Zugehörigkeit auf eine einzigartige und beklemmende Weise erforscht.
Bottoms (2023)
Ayo Edebiri und Rachel Sennott liefern in „Bottoms“ einen urkomischen und leicht schrägen Film über zwei unbeliebte queere Schüler, die einen Fight-Club gründen, um ihre Cheerleader-Crushes zu beeindrucken. Die schlagfertigen Dialoge und die exzellente Besetzung machen diesen Film zu einem wahren Augenschmaus.
Fire island (2022)
Eine lockere Adaption von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ folgt einer Gruppe queerer Freunde, die jedes Jahr in den legendären Ferienort Fire Island ihren Sommer verbringen – doch ihre idyllische Zeit könnte bald zu Ende sein. „Fire Island“ zeigt die Dynamik von queeren Freundschaften und die Suche nach Liebe auf eine charmante Art und Weise.
Tár (2022)
Cate Blanchett liefert in „Tár“ eine beeindruckende Leistung als weltberühmte Dirigentin, die in einen Skandal verwickelt ist. Der Film wirft wichtige Fragen nach Geschlechterrollen und der Verantwortung von Machtpositionen auf und zeigt, dass auch Menschen aus der LGBTQ+-Community schaden können.
Benediction (2021)
Jeremy Irvine überzeugt als WWI-Soldat und Dichter Siegfried Sassoon, der nach dem Krieg von Liebe und Verlust geplagt wird. Terence Davies’ Film ist eine melancholische und zugleich bewegende Auseinandersetzung mit der Trauer und dem Verlust des Krieges.
The power of the dog (2021)
In den 1920er Jahren Montana schildert „The Power of the Dog“ die Spannungen und Geheimnisse, die entstehen, als ein wohlhabender Rancher seine neue Frau und ihren Sohn in seine karge Welt bringt. Der Film ist eine düstere Auseinandersetzung mit toxischer Männlichkeit, die für viel Gesprächsstoff sorgte. Die Frage, ob er eine „schöne, indefinable Queere-heit“ besitzt oder ein „queeres Problem“ hat, blieb umstritten.
Disclosure (2020)
Laverne Cox moderiert dieses Dokumentarfilm, der die Geschichte der queeren Repräsentation im Kino beleuchtet. Transgender- und Gender-Nonconforming-Persönlichkeiten diskutieren, wie (und ob) ihre Erfahrungen in Hollywood im Laufe der Jahrzehnte dargestellt wurden.
Shiva baby (2020)
Emma Seligman’s „Shiva Baby“ ist ein urkomischer Film, der sich um die Geschichte einer jungen, bisexuellen College-Studentin dreht, die nach dem Tod ihres Zuckerpapas auf einer Trauerfeier sitzt. Die Situation eskaliert, als ihr Zuckerpap auch noch mit seiner „Malibu Barbie“-Ehefrau und seinem schreienden Kind anwesend ist – ein cleverer und düster-humorvoller Film.
Portrait of a lady on fire (2019)
Céline Sciamma’s „Portrait of a Lady on Fire“ ist ein Meisterwerk der modernen Romantik. Noémie Merlant und Adèle Haenel verkörpern zwei Künstlerinnen, die sich in einem verschlafenen Fischerdorf auf den französischen Küsten auf einen leidenschaftlichen Liebesaffäre einlassen. Die filmlange Szene des Kusses ist ein unvergessliches Bild.
Rafiki (2018)
Wanuri Kahiu’s „Rafiki“ ist ein farbenfroher und pulsierender Film, der die Geschichte zweier junger Frauen in Nairobi erzählt, die sich in einer konservativen Gesellschaft in Kenia verlieben. Der Film wurde in Kenia zensiert, aber seine Botschaft der Liebe und Akzeptanz ist ungebrochen.
Moonlight (2016)
Barry Jenkins’ „Moonlight“ erzählt die Geschichte eines jungen schwarzen Mannes, der mit seiner Identität und seiner Sexualität zu kämpfen hat. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und erhielt den Oscar als Bester Film. Ein ergreifender und bewegender Film über das Erwachsenwerden und die Suche nach einem eigenen Platz in der Welt.